GB Lesen: „Meine Welt der Stauden“.

2017 erschien von Christian Kreß im Ulmer Verlag „Meine Welt der Stauden“. Bereits der Titel lässt anklingen, dass es sich bei dem 2018 auf Schloss Dennenlohe preiskekrönten Werk persönlich zugeht.
Die große Pflanzen- und Gartenleidenschaft des Inhabers der bekannten Stadengärtnerei Sarastro wird für den Leser deutlich spürbar. Anschaulich schildert Kreß den Arbeitsalltag in einer Staudengärtnerei, sodass man meint, beinahe selbst etwas Lehrlingsluft zu schnuppern. Persönliche Erlebnisse wechseln sich mit geballtem Fachwissen zu Sortiment, Gestaltungung und Pflege ab und so schafft es der Autor mühelos, dass man ihm voller Freude und Tatendrang hinein in seine Welt folgt.


Lesezeit: 5 Minuten

Interview: Christian Kreß, Anke Schmitz ∗ Textbearbeitung: Anke Schmitz ∗ Lektorat: Dr. Ruthild Kropp



GB:
Lieber Herr Kreß, wie kam es zu dem Buch im Ulmer Verlag?

CK: Ich bin an den Ulmer-Verlag herangetreten, um wieder mal ein eigenes Werk in den Händen zu halten. Es sollte ein Buch sein, das aus dem Leben eines Staudengärtners plaudert, allerdings mit fachlichem Tiefgang, damit auch meine Kunden etwas davon haben.

GB: „Meine Welt der Stauden“ ist sehr persönlich geschrieben, was ich immer großartig finde. Zu Beginn, als Sie davon erzählten, wie Sie sich selbstständig machten, und im Anschluss aus dem Betriebsalltag berichteten, dachte ich: „Super Buch, das sollte jeder Lehrling der Fachrichtung Staudengärtner an die Hand bekommen“, dann folgt ein eher praktisch gehaltener Teil über Vermehrung, Pflege und Gestaltung. Als Sahnehäubchen widmen Sie sich Ihren persönlichen Lieblingsstauden und verschiedenen Lebensbereichen – ich habe mich gefragt, welchen Leser Sie während des Schreibens im Kopf hatten?

CK: Ich wollte mit diesem Buch vor allem Begeisterung rund um Stauden auslösen und Gärtner wie Laien erreichen. Das größte Lob über mein Buch erhielt ich vor ein paar Tagen, als ich mit Konrad Näser aus Bornim telefonierte. Er sagte, ich würde literarisch in die Fußstapfen von Foerster steigen, zu einer anderen Zeit natürlich!

GB: So umfassend Sie das Thema angegangen sind, schreibt man so ein Buch vielleicht auch ein Stück weit für sich selbst?

CK: Da haben Sie allerdings Recht! Ich schreibe für mein Leben gern, habe über die Jahre ungezählte Artikel für alle möglichen Fachorgane verfasst. Ich schrieb das Buch auch aus dem Grund, um noch bekannter zu werden. Und – das ist die Hauptsache – um Klartext zu reden und mich vom Mainstream vieler Hochglanzzeitschriften abzugrenzen. Ich beschönige nichts, möchte aber trotzdem begeistern! Ich hasse nichts mehr, als wenn Gärtnern als toller Lifestyle verkauft wird! Für mich sind Garten und Pflanzen große Passion. Ich bin allerdings ein ewig Suchender, der sich immer wieder nach Neuem umsieht, vor allem hinter dem Horizont. Viele meiner Kollegen machen den entscheidenden Fehler, zu sehr auf die Konkurrenz zu schielen. Ich will anders sein, im Sortiment, im Auftreten, in meinen Vorträgen und Büchern etc. Das ist zwar etwas mühsamer, aber man hebt sich eben ab.

GB: Sie geben nicht nur Planungshilfe sondern stellen voll mitreißendem Pragmatismus in Ihrem Buch einige ausgewählte Problemstandorte vor. Diente Ihnen Ihr langjähriger Kundenkontakt als Hilfe bei der Auswahl der vorgestellten Lebensbereiche?

CK: Ja, natürlich gibt einem die Kundschaft ein Stück weit den Weg vor. Neben immer wiederkehrenden Fragen treten selbstverständlich auch Problemstellen des Gartens auf, die es zu bewältigen gilt.

GB: Sie haben 2018 mit Ihrem Buch den ersten Platz in der Kategorie „Bester Ratgeber“ beim Deutschen Gartenbuchpreis in Schloss Dennenlohe gewonnen. Welche Bedeutung hat so ein Preis für Sie?

CK: Dieser Preis ist nicht so entscheidend, hat mich jedoch sehr überrascht und riesig gefreut! Aber das Buch hat inzwischen schon nach einem Jahr die Auflage von 8.000 Stück überschritten und ist bereits in den Nachdruck gegangen.

GB: Ich mochte beim Lesen immer die kurzen Andeutungen zum Garten ihrer Eltern, den ich mir im Übrigen herrlich entspannt vorstelle. Welchen Stellenwert hatte der elterliche Garten für Ihren Werdegang? Was hat Ihre Leidenschaft darüber hinaus angefeuert?

CK: Der Garten meiner Eltern hatte wahrscheinlich die größte Bedeutung für mich, da ich mich in den 1.700 m2 über Jahre nach Herzenslust austoben konnte. Und noch etwas: Reisen ist neben dem Sammeln antiquarische Fachbüchern immer schon meine große Leidenschaft gewesen.

GB: Herzlichen Dank für das Interview!