„Es fühlte sich auf einmal so leicht und schlüssig an …“

Grünes Blut trifft die renommierte Landschaftsplanerin Petra Pelz an einem der wenigen regenerischen Sommertage in diesem Frühsommer, in Ihrem Planungsbüro in Sehnde bei Hannover.

 



Bekannt für ihre Staudenpflanzungen ist Petra Pelz deutschlandweit auf Gartenschauen, im öffentliche Grün und Privatanlagen vertreten. Sie gilt als eine der bekanntesten Vertreter/innen des „New German Styles“, auch wenn Frau Pelz solchen Begrifflichkeiten kritisch gegenüber steht und sie als „moderne Wellen“ bezeichnet, die für ihr Schaffen keine Rolle spielen.

Nach selbstgekochter Kürbissuppe – lecker! – unterhalten wir uns über die Staudenverwendung in den letzten Jahrzehnten, das Sammeln von Erfahrung, Frau Pelz Pläne für die Gärten von morgen und die Workshops, in denen sie ihr Fachwissen und ihre jahrelang erprobten Erfahrungen an Privatpersonen weitergibt.



Lesezeit: 25 Minuten


Interview: Petra Pelz, Anke Schmitz ∗ Textbearbeitung: Anke Schmitz ∗ Fotos ihres Privatgartens: Petra Pelz ∗ Titelbild: Anke Schmitz ∗ Lektorat: Dr. Ruthild Kropp


 

GB: Liebe Frau Pelz. Sie schreiben in Ihrem wirklich sehr schön und persönlich geschriebenen Buch Faszination Weite bezogen auf Gärten: “Das Prinzip von Ordnung im Chaos empfinde ich als ideal.” Können Sie das ausführen?

PP: Ich hatte dabei diese Border in den englischen Gärten vor Augen, die sehr wild und natürlich sind, und dazu diese Räume aus Hecken und Mauern, die das ganze ordnen.

Ordnung und Chaos, also diesen Gegensatz, versuche ich auch in meiner Arbeit umzusetzen.

GB: … so dass das Auge Halt finden kann?

PP: Genau. Dass das Auge Halt findet. Ich habe da ein weiteres Bild aus Frankreich im Kopf und zwar den Garten Jardin de Plume in der Normandie. Dort gibt es teilweise wiesenartige Pflanzungen mit phantasievoll geschnittenen Hecken, die das Ganze strukturieren. Wären die Hecken nicht, würde die Wiese sehr wild aussehen. Das ordnende Element müssen aber nicht unbedingt Hecken sein. Ich verwende gern Gräser als Leitmotiv. Die strukturieren den Garten ebenfalls und bringen Ruhe, Ordnung und Klarheit. Genau diesen Kontrast zwischen dem Ordnenden und dem Wilden bringt letztlich die Spannung. Ordnung und Chaos, also diesen Gegensatz, versuche ich auch in meiner Arbeit umzusetzen. Faszinierende Bilder entstehen dabei.

GB: Ihre Grundidee leitet sich aus der Planung der ursprünglich amerikanischen romantischen Präriegärten ab. Sie gab Ihnen einst Anlass zu einem Brief an Wolfgang Oehme …

PP: Das war das Buch Die neuen romantischen Gärten“ von Wolfgang Oehme und James van Sweden, das den ausschlaggebenden Punkt zu einem Brief gegeben hat, genau. Ich war einfach so fasziniert davon. Oehme war ein Freak und liebenswert kauzig. Und er wurde später ein wirklich guter Freund. Ich hatte ja niemals gedacht, dass ich ihm eines Tages persönlich begegnen werde. Wolfgang Oehme lebte in Amerika und stand eines Tages vor meiner Tür. Dieser eine und wohl offenbar verrückteste Moment in meinem Leben kam durch sein faszinierendes Buch und den Brief, den ich vor lauter Begeisterung an ihn schrieb, zustande. Ich war beeindruckt: großzügig wogende Gräser- und Blütenlandschaften -fußballfeldgroß, inmitten von Wolkenkratzern… so ein herrlicher Anblick – mir ging das Herz auf.

Ich selbst hatte bis dahin immer Hemmungen gehabt Stauden zu verwenden.

GB: Wie sah die Gartenszene zu dieser Zeit aus in der Ihnen das Buch in die Hände fiel?

PP: In dieser Zeit gab es in Deutschland nichts Vergleichbares, denn Stauden waren unbeliebt und galten als aufwändig. So gab es wenige Staudenpflanzungen, vielleicht mal an ausgesuchten Orten, wie in historischen Parkanlagen oder besonders repräsentativen Plätzen in der Stadt. Übrigens gab es vor 25 Jahren noch keine Mischpflanzungen, wie man immer hört. Meist waren es klassische Staudenbeete mit Beet- und Prachtstauden. Und nun hielt ich dieses Buch in den Händen, war so fasziniert von diesen Massen und von dieser Unkompliziertheit mit der sie beinahe unbeschwert verwendet wurden. Ich selbst hatte bis dahin immer Hemmungen gehabt Stauden zu verwenden. Es erschien mir sehr kompliziert und komplex. Das war es ja auch, denn man muss Standorte kennen, Höhen, Blühzeiten, Eigenschaften und Farben beachten. Aber plötzlich sah ich diese unkomplizierte Herangehensweise und fand es einfach toll. Es fühlte sich auf einmal so leicht und schlüssig an, so dass ich mir gedacht habe: das möchte ich auch! So kam es 1994 zu einem gemeinsamen Projekt in Magdeburg. Und das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Wir bildeten eine Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Büro Oehme, van Sweden & Associates und so ging es zwischen Washington und unserem kleinen Büro immer per Fax (Mail gab es nicht) hin und her. Es war nämlich nicht leicht die damals unüblichen Wildstauden und Gräser in ausreichenden Stückzahlen zusammenzutragen. Die Baumschule Wohlt übernahm damals die Recherche und so manches Mal mussten wir Ersatz vereinbaren. Am Ende stand das Sortiment und es wurde gepflanzt. James van Sweden und auch Wolfgang ließen es sich nicht nehmen anzureisen und eigenhändig Hand anzulegen. Da war der Beginn einer langen Freundschaft, die mich geprägt hat.

GB: Wodurch wurde Wolfgang Oehmes Stil Ihrer Meinung nachgeprägt?

PP: Wolfgang ist in einer Zeit ausgewandert, in der großflächig zu pflanzen auch schon mal modern war. Nehmen wir den Stadtpark hier in Hannover. Hier fand übrigens 1951 die erste Bundesgartenschau statt. Die Art und Weise, wie in dieser Zeit gepflanzt wurde war großflächig und sehr farbintensiv. Nichts mehr für unser Farbempfinden heute. Rosa Astern mit gelben Mädchenauge zum Beispiel. Das war knallbunt. Aber das Prinzip hat Wolfgang Oehme damals geprägt. Genau diese Art der Pflanzenverwendung hatte er im Gepäck, als er nach Amerika auswanderte. In Amerika bekam er die ihm vertrauten Pflanzen nicht und so hat er sich damals seine eigenen Pflanzen zusammengesucht und Gärtnereien dazu gebracht, etwas Neues zu produzieren. Er übertrug also dieses großflächige Prinzip, das er aus seiner Lehrzeit kannte, auf Pflanzungen mit Gräsern und Wildstauden. Mit diesem Stil wurde er bekannt und viele bekannte Gartengestalter in den Niederlanden, England oder Deutschland haben sich durch seine Großzügigkeit und Großräumigkeit inspirieren lassen, denn früher wurde auch hier kleinteiliger gepflanzt. Heute sind uns großzügige Staudenpflanzungen bereits vertraut.

GB: Welche Unterschiede sehen Sie zwischen Oehmes Stil und Ihrem?

PP: Ich habe früher ebenfalls begonnen derartig großräumig zu pflanzen. Im Laufe der Zeit bin ich ja viel gereist, habe selbst probiert und so viel dazugelernt. So hat mich die Wolfgangs Art und Weise Pflanzen zu verwenden zwar geprägt, dennoch bin ich mittlerweile etwas kleinteiliger im Umgang mit den Flächen und strukturiere mehr. Ich versuche immer den richtigen Maßstab der Pflanzung zur Umgebung zu finden. Ich setzte öfter auch höhere Gruppen dazwischen, um es räumlich mehr zu gliedern. Das gefällt mir einfach persönlich besser.

Ich habe einfach Lust auch mal etwas Neues auszuprobieren.

GB: Wann begannen Sie sich von Oehmes Stil zu lösen…

PP: Lösen ist vielleicht das falsche Wort. Und den Zeitpunkt kann man auch nicht sagen. Es geht eben immer weiter. Ich habe einfach Lust auch mal etwas Neues auszuprobieren. Diese Lust und Neugierde treibt mich dann in botanische Gärten, Gartenschauen und vor allem in die Gärtnereien. Das ist DIE Inspirationsquelle und dort liegen wahren Schätze verborgen, die man hin und wieder auf das Podest heben muss. Und das tue ich. Dann habe ich neue Pflanzen für meine Arbeit auf Gartenschauen. Ich verwende gern neue aber auch bewährte alte Pflanzen. Die Mischung macht’s! So hat sich im Laufe der Zeit einfach mein eigener Stil entwickelt. Auch bin ich, wie schon gesagt, häufig gereist, habe viel gesehen und auch das hat geprägt. Aber dieses Großräumige gefällt mir immer noch sehr. Auch wenn es ganz am Anfang sehr umstritten war.

GB: Ach echt? Aus welchem Grund?

PP: Monotone Massen und Blockpflanzung hieß es, weil man früher eher kleinteiliger und sehr streng naturnah gepflanzt hat. Und mein Stil war anders, nicht üblich, und ich wurde sogar hin und wieder angefeindet. Jetzt höre ich davon nichts mehr!

GB: Sie meinen, das ging der Wahrnehmung Richtung Monokultur?

PP: Ja wahrscheinlich. Aber ich habe im öffentlichen Grün begonnen und die Bedingungen waren so, wie sie heute auch noch sind. Der Umgang mit Stauden war nicht üblich, derartige Kompetenzen nicht da. Die Pflanzung musste einfach robust sein, für ungeübtes Pflegepersonal nachvollziehbar und funktionieren. Und das hatte ich ausprobiert, es funktionierte hervorragend.

Als ich in Berlin an der TU meinen ersten Vortrag gehalten habe, gab es schon ganz schön Widerstand gegen diese Art und Weise zu pflanzen.

GB: Von der gegenwärtigen Warte unvorstellbar.

PP: Als ich in Berlin an der TU meinen ersten Vortrag gehalten habe, gab es schon ganz schön Widerstand gegen diese Art und Weise zu pflanzen. Ich wollte damit ja niemanden beeindrucken. Ich wollte einfach nur meine Erfahrungen weitergegeben. Die Kritik war jedoch, dass, wenn es nicht funktioniert, große Löcher entstehen.

GB: Sie deuteten es gerade schon an: Können Sie auf Ihre Gegenargumente näher eingehen?

PP: Es gab gleich zwei Aspekte, die ich erklärte; das eine ist die maßstäbliche Pflanzung in den Proportionen einer Stadt, die ich schon ansprach. Ich bezog die Umgebung mit in die Betrachtung ein und dachte; wenn die Häuser hoch, die Straßen breit und der Lebensstil flüchtig ist, muss die Pflanzung plakativ sein um zu wirken. So habe ich es ja auch empfunden als ich das Buch von Wolfgang in den Händen hielt. Das Tolle ist, dass so eine plakative Pflanzung, wie schon gesagt, eben relativ pflegeleicht oder auch in der Pflege für ungeübte Pflegegärtner gut nachvollziehbar ist. Die Pflegenden konnten erkennen und unterscheiden was Unkraut ist und was nicht. In Magdeburg entstanden ganz viele solcher Pflanzungen. Wichtig ist, dass man die Pflanzen so zusammenstellt, dass sich ein Gleichgewicht einstellt. Zugegeben das ist ein sehr statisches Konzept und steht im Gegensatz zu den heute aktuellen dynamischen Mischpflanzungen. Wichtig ist, dass die Bodenfläche durch die Pflanzen geschlossen wird. Da sind natürlich die richtigen Pflanzen gefragt … Das schränkt das Arten-Potenzial ein. Deshalb suche ich immer nach neuen Pflanzen. Inzwischen bin ich schon wieder einen Schritt weiter, weil ich nicht mehr nur für das öffentliche Grün, sondern auch für Gartenschauen und für Privatpersonen arbeite. So habe ich einen Weg gesucht, auch andere Pflanzen in einer bestimmten Art und Weise einzubinden, um ein bisschen mehr Abwechslung und Dynamik zu haben und die Wünsche der Bauherren oder der Gartenschaubesucher einfließen zu lassen.

GB: Und diese neuen Pflanzen finden Sie in den Gärtnereien, wie sie schon ansprachen?

PP: Ja, die Gärtner können die leider oft nicht verkaufen, weil die im Topf vielleicht nicht schön aussehen, aber trotzdem in der Verwendung ganz wertvoll sind. Und diese Pflanzen waren es manchmal auch Wert, dass man die mal ausprobiert und ja, da kommt man dann zu neue Arten. Dadurch entwickeln sich die Pflanzbilder weiter. Es gibt dann einfach einen neuen Eindruck. Es wäre ja langweilig, wenn man 25 Jahre lang immer dieselben Pflanzen nimmt.

GB: Wie setzen Sie diesen Schritt, neue Pflanzen oder Kundenwünsche einzubinden, im Beet um?

PP: Grundsätzlich möchte mich auf bestimmte Pflanzen verlassen können. Das ist so, dass man diese stabilen Pflanzen in größeren Gruppen pflanzt. Es entsteht dann eine Matrix, in die man punktuell Pflanzen einsetzt. Zum Beispiel habe ich mal die wunderschöne Ochsenzunge Anchusa eingefügt. Einfach weil die schönen, himmelblauen Blüten so schön passten. Nach dem Abblühen sah sie aber plötzlich ganz hässlich aus. Das Laub war schwarz verfärbt. Wir mussten zurückschneiden. Zum Glück war sie nur punktuell eingefügt und es entstand kein Loch. So habe ich es seitdem auch gehandhabt. Kurzlebige Arten oder Einjährige werden punktuell integriert. So hat man keine Probleme und kann auch Lieblingspflanzen von Bauherren beispielsweise einbeziehen.

Strukturen, die stabil und zuverlässig sind.

GB: Sie bilden also Strukturen die die Pflanzung verankern?

PP: Genau. Strukturen, die stabil und zuverlässig sind.

GB: Durch ihre Pflanzungen führen oft Wege. Wie bauen sie Spannung für die Besucher auf oder inszenieren das Erlebnis durch ihre Gärten?

PP: Spannung entsteht gewissermaßen, wenn ich den Blick auch mal verstelle. Mal ein hohes Gras oder ein Busch um den sich der Weg schlängelt. Der Betrachter erlebt den Garten nur schrittweise. Er wird in den Garten hineingezogen. Immer wieder entstehen neue Räume. Viele Gärten haben diese Spannung leider nicht. Sie lassen sich mit einem Blick schon aus dem Fenster erfassen. Man braucht nicht mehr viel entdecken und hat das Meiste schon gesehen. Ich finde schön etwas zu entdecken. Man musste sich den Garten erschließen und erwandern, um ihn als Besucher zu entdecken. Man hat nicht alles auf einmal gesehen.

GB: Entsteht die Planung eher im Kopf oder im Herzen?

PP: Eigentlich muss beides zusammenkommen. Das läuft bei mir automatisch ab. Ich analysiere das gar nicht, sondern ich habe auf einmal Zack! ein Bild, von dem ich denke, ja! das könnte ja passen.

So sehen die Gärten von Menschen, die Pflanzen lieben eben häufig total ungeordnet und bunt aus.

GB: Bedeutet es, wenn Sie in Ihrem Buch vom Experimentieren sprechen, das Sie Pflanzen, auf die Sie neugierig sind, in einem Projekt wie in einer Gartenschau ausprobieren oder haben Sie tatsächlich irgendwo eine Versuchsfläche dafür?

PP: Beides. Ich habe früher ganz viel im eigenen Garten experimentiert. Ich hatte da ein Beet mit humosem Boden und das lag in der Sonne. Dort probierte ich Pflanzen dann zielgerichtet aus, damit der Garten nicht so durcheinander kommt, denn jeder Mensch, der Pflanzen liebt, der sammelt auch. Grundlegend geht es mir da nicht anders. So sehen die Gärten von Menschen, die Pflanzen lieben eben häufig total ungeordnet und bunt aus. Wir nannten dieses Beet immer das „Arche-Noah-Beet“. Hin und wieder lasse ich mich aber auch von den Katalogen und diesen tollen Beschreibungen leiten. Und manches Mal habe ich eine Pflanze auf einer Gartenschau einfach mal so einbezogen. Auch da habe ich schon Pleiten erlebt. Ich hatte zum Beispiel mal so eine Schafgarbe, Achillea ‘Loveparade’, die war aber kurzlebig und nach einem Jahr schon nicht mehr da. Sowas passiert eben auch und da ist es gut, wenn es nur im Kleinen passiert und nicht auf großen Flächen.

GB: Sie wirken entspannt, wenn Sie über diese missglückten Experimente sprechen …

PP: Diese ganzen Experimente und diese Pleiten finde ich wichtig. Auch Rückschläge gehören dazu. Daraus lernt man ganz viel. Diese Erkenntnisse fließen wieder in das nächste Tun mit ein und von daher sehe ich das gar nicht als großen Nachteil. Ich bin dankbar um diese Erfahrungen, die ich machen konnte. Das bringt einen weiter, ja!

GB: Von Ihrem großen Erfahrungsschatz kann man mittlerweile auch als Privatperson in Workshops profitieren.

PP: Ja, das biete ich jetzt mehrmals im Jahr an. Die Teilnehmer bekommen im Vorfeld eine Anleitung, wie man seinen Garten vermisst. Diesen Plan bringen sie bereits zum Workshop mit. Es gibt erst Vorträge über die Lebensbereiche, so dass sich jeder darüber bewusst wird, welchen Standort er hat und welche Lichtverhältnisse. Dann gehts mit Mappe und Karteikarten an die Planung des einzelnen Gartens. So kann man das anhand der 550 Pflanzen auf den Karteikarten immer mehr eingrenzen und nebeneinanderlegen.

Es gibt noch zu viele Rasen, zu viele immergrüne Gärten.

GB: Toll, dass Sie ihr Wissen teilen! Wie geht es aber für Sie als Gestalterin weiter? Sie sprachen zuvor mal von Schritten, die sie weiter gehen. Können Sie da schon etwas voraus schauen, wohin Sie Ihr Weg führen wird?

PP: Ja. Unser Büro hat verschiedene Konzepte entwickelt, die mit dem rasenlosen Garten zu tun haben. Es gibt noch zu viele Rasen, zu viele immergrüne Gärten. Wir finden, dass die Leute mehr Blühpflanzen in die Gärten holen sollten. Es geht nicht nur um die Lebensfeindlichkeit von Schottergärten, sondern auch die vielen Anlagen mit Immergrünen und Rasen, in denen es keinerlei Dynamik gibt. Ein Thema hochaktuell, nicht zuletzt aufgrund des Bienen- und Insektensterbens. Das Eintauchen in eine Blütenlandschaft…  gut für Insekten und erholsam für Menschen.

GB: Meinen Sie, dass das gerade auch ein Trend in unserer Gesellschaft?

PP: Absolut. Ich glaube, dass das ein großes Bedürfnis in der Gesellschaft ist. Die Menschen sind techniküberflutet und sind vielen Reizen ausgesetzt. Mit derartigen Konzepten, können sie bewusst entspannen und in die Natur eintauchen. Deshalb bieten wir diese Konzepte auch Firmen an. Es ist ja nicht neu: alle schauen nur noch aufs Handy. Naturwahrnehmung übers Handy, verrückt oder? Dieser unmittelbare Kontakt mit der Natur, der geht verloren. Wir haben einen Bürogarten in Magdeburg angelegt, wo 1200 Menschen in Großraumbüros sitzen und der Chef gesagt hat: “Wir bauen den Garten, damit die Mitarbeiter in der Pause raus und sich erholen können.” Dann sind die Angestellten wieder leistungsfähig, wenn sie am Platz sitzen. Ein tolles Beispiel. Wir möchten das Weitere folgen.

GB: Das klingt erholsam. Da wünsch ich Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg.

PP: Danke.

GB: Auf das durch Sie noch viele Inseln entstehen! Herzlichen Dank für das Gespräch, Frau Pelz.

 


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